Do No Harm

Das klingt erst einmal nach einer erstrebenswerten Lebensregel.
Dahinter verbirgt sich aber auch ein aus der Praxis entwickeltes Konzept fuer Entwicklungsmassnahmen in Konfliktsituationen.

Wikipedia fasst das Konzept ganz gut zusammen:

Do No Harm (dt. ‚Richte keinen Schaden an‘) ist ein Konzept für die konfliktsensible Planung und Durchführung von Hilfsmaßnahmen, insbesondere in Kriegs- oder Bürgerkriegsgebieten. Es wurde von der US-amerikanischen Wissenschaftlerin Mary B. Anderson entwickelt. Sie hatte festgestellt, dass Aktivitäten von Hilfsorganisationen in Bürgerkriegen oder gewaltsam ausgetragenen Konflikten sich in manchen Situationen nicht gewaltmindernd, sondern gewalteskalierend auswirkten. Ein wichtiger Faktor ist beispielsweise, wer von Hilfsgütern oder von Beschäftigungsmöglichkeiten bei Hilfsorganisationen profitiert bzw. wessen Stellung durch ihre Aktivitäten gestärkt oder geschwächt wird.

Eine zentrale Erkenntnis ist, dass in Gewaltkonflikten einige Beteiligte die Konfliktparteien weiter entzweien (dividers), andere versuchen, die Verbindung aufrechtzuerhalten bzw. das über den akuten Konflikt hinaus Verbindende zu sehen (connectors). Externe Akteure sollten daher darauf achten, dass sie die in eskalierten Konflikten besonders heikle Position der connectors stärken und nicht den dividers in die Hände spielen.

Ein wesentliches Element des Konzeptes ist es, geeignete Methoden zu finden bzw. zu entwickeln, um die – positiven oder negativen – Auswirkungen des eigenen Handelns (als Hilfsorganisation bzw. als externer Akteur) beurteilen zu können.

Mehr dazu findet ihr auf der Webseite von Do No Harm.

Im Rahmen des Programms des Zivilen Friedensdienstes von Brot fuer die Welt nahmen wir an einem einwoechigen Do No Harm Training fuer alle Organisationen in Sierra Leone in Kenema teil.

IMG-20200119-WA0011

Das war fuer die Praxis unserer Organisationen sehr nuetzlich und ergiebig und deshalb natuerlich fuer uns auch.

IMG-20200119-WA0014

Es war toll, dass unsere Trainer sehr viel Erfahrung mit der Anwendung des Konzepts haben und auch mit entwickelt haben. Im Bild oben seht ihr die Trainer zusammen mit Gunther bei der Uebergabe seines „Certificate“.

Durch Inputs und Gruppenarbeit …

IMG-20200119-WA0008

… konnten wir sowohl vertiefte Kenntisse zu Do No Harm gewinnen wie auch reflektieren, wie wir die Theorie in der Praxis anwenden koennen.
In Sierra Leone leben und arbeiten wir zwar nicht in einer aktuellen Konfliktsituation, aber das Konzept ist auch fuer Post-Konflikt-Situationen und Praevention von zukuenftigen Konfliketen anwendbar.

Hier seht ihr uns zusammen mit einer der Koordinator*innen des Programms, Adenike Cole, beim Abschluss des Trainings im Plenum.

IMG-20200119-WA0006

Abends erholten wir uns mit Spielen im Restaurant …

IMG-20200117-WA0023

… bei Sonnenuntergang und Blick auf die Kambui Hills von Kenema.

IMG-20200115-WA0007

Sigi

2 Kommentare zu „Do No Harm

  1. Ihr Lieben!Schön mal wieder von Euch zu hören, und Erfolg sehen., Aber Gunther siehr sehr dünn, und müde aus, oder ist es nur Photo? Hier geht alles in gewohnte Ordnung, Schnee hatten bis jetzt noch keine gehabt in Stuttgart, aber mir ist es gut so. Réka´s Töchterchen mit 11 Monat läuft schon, und versucht sprächen.macht viel Freude zu sehen. Sonst viel Arbeit, wie immer, WGT, 8.3. Equal Pay day,ver.di Streik in Krankenhaus.
    Passt gut einander auf, liebe Grüße:Kinga

    Like

  2. Liebe Kinga, danke fuer deinen Kommentar. Ja vielleicht sieht Gunther etwas muede aus, der Workshops war gut, hatte aber ein dichtes Programm, so dass wir beide manchmal etwas erschoepft waren. Abgenommen haben wir beide – die Hitze verbraucht wohl Kalorien, aber alles ist im gruenen Bereich.
    Schoen dass, sass Toerchertchen euch so viel Freude macht. Schick doch mal ein Bild. Und pass du auch auf dich auf und arbeite nicht so viel. Alles Liebe auch an die ganze Familie Sigi und Gunther

    Like

Hinterlasse einen Kommentar